Fortbildung mit Michaela Huber
Fortbildungsreihe 2012 und 2013 – „Jahresgruppe zu dissoziativen Störungen“ · Beschreibung der einzelnen Seminare
Leiterin: Michaela Huber, Psychologische Psychotherapeutin (ISSD/ESTD)
Was wird vermittelt?
In der Jahresgruppe wird der „State of the Art“ der Diagnostik und Traumabehandlung bei dissoziativen Störungen vermittelt.
Dabei legt Michaela Huber besonderen Wert auf die Vermittlung der theoretischen und Therapie-praktischen Kenntnisse über die
dissoziative Identitätsspaltung (D.I.S. oder ehemals „multiple Persönlichkeit); aber es werden ebenfalls alle anderen dissoziativen
und Dissoziations-ähnlichen Prozesse, von der Alltags-Absorption bis zur Ego-State Disorder und andere Phänomene der sogenannten
„Dissoziativen Störung nicht näher bezeichnet“ (D.S. n.n.b. oder DDNOS) erläutert. Auch die Unterscheidung zwischen der „einfachen“
Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) und der Komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung (DESNOS) sowie die Differentialdiagnostik
und Komorbidität (etwa mit der Borderline-Störung) werden behandelt.
Leitfrage
„Wie können wir die wissenschaftlichen und klinischen Erkenntnisse darüber, was dissoziative Prozesse steuern hilft, selbst in praktisches
therapeutisches Handeln umsetzen, mit dem Ziel, die Steuerungs- und Bewältigungsmöglichkeiten in die Hand der Betroffenen zu geben?“ ist
eine Leitfrage der Jahresgruppe. Anhand von Selbsterfahrungs-Übungen und Live-Demonstrationen wird die strukturelle Dissoziation der
Persönlichkeit nach Trauma exploriert sowie die konkrete therapeutische Arbeit auf der „inneren Bühne“ eingeübt; Videodemonstrationen
bringen den TeilnehmerInnen die praktisch-therapeutische Arbeit mit hoch dissoziativen KlientInnen nahe; in Kurzvorträgen wird der aktuelle
Stand der klinischen Forschung erläutert; und jedes Wochenende enthält Supervision, in der Fälle vorgestellt, gemeinsam diskutiert und
Vorschläge zum weiteren therapeutischen Vorgehen erarbeitet und erläutert werden.
F1: Trauma, Dissoziation und Traumagedächtnis: gesellschaftlich, familiär, beruflich, individuell
Im ersten Seminar der Jahresgruppe lernen sich die Teilnehmer-Innen auf eine achtsame und ressourcen-orientierte Weise gegenseitig kennen.
Der Arbeitsprozess beginnt mit dem Fokus auf das Thema „Trauma, Dissoziation und die Folgen“. Welche Rolle spielte es für die eigene
Berufswahl, in einer eher Trauma-verdrängenden Nachkriegs-Gesellschaft zu leben? Wo haben sich die Traumata der eigenen Herkunftsfamilie
und die Belastungen in der eigenen Biografie negativ, wo positiv auf Berufswahl, Engagement und persönlichberufliche Reife ausgewirkt?
Welche Stoffwechsel-Prozesse aus der typischen posttraumatischen Stoffwechsel-„Wippe“ können auch bei uns „Profis“ auftreten, wie erkennen
wir sie, wie können wir uns vor sekundärer und stellvertretender Traumatisierung schützen? Dabei werden einige Grundhaltungen der
traumazentrierten Psychotherapie vermittelt; ebenso wie die Erkenntnisse über die Bedeutung von Dissoziation im traumatischen und
posttraumatischen Prozess. Auch dieses Seminar enthält bereits Fallsupervision.
F1: Trauma, Dissoziation und Traumagedächtnis, 3. und 4. Februar 2012, hier anmelden
F2: Diagnostik dissoziativer Störungen
Prozess-Diagnostik im Laufe der Therapie – wie Schritt für Schritt vorgehen? Pimäre, sekundäre und tertiäre strukturelle Dissoziation;
was genau ist unter ANP und EP zu verstehen? Formelle und informelle Diagnostik. Die TeilnehmerInnen lernen eine Reihe von Fragebogen
kennen, sowohl zu Traumafolgen allgemein, als auch – vor allem – von dissoziativen Prozessen, darunter der FDS und der Mini- und der
„große“ SKID-D, aber auch Fragebogen, die noch nicht im Handel sind. Weshalb ist es unerlässlich, Beispiele zu erfragen undwie ist das
praktisch umsetzbar? Differential-Diagnostik, u.a.: Komplexe PTBS, Borderline, Schizophrenie/Psychose. Hinweise auf Instrumente zur
Prognostik des Therapieerfolgs. Fallsupervision.
F2: Diagnostik dissoziativer Störungen, 9. und 10. März 2012, hier anmelden
F3: Hypnotherapeutische Möglichkeiten und ressourcenorientierte Stabilisierung
Von der klassischen Hypnose zur modernen Hypnotherapie; weshalb Alltags-, Symptom- und traumatische Trance therapeutisch steuern? Was heißt
kontrolliert Switchen? Pacing und Leading. Beiläufige Reorientierung und systematisches „Zurückholen“ bei unkontrollierten Abreaktionen. Die
TeilnehmerInnen werden eingeladen, eine eigene innere Landkarte zu erstellen und zu lernen, wie die „innere Bühne“ im therapeutischen Prozess
eröffnet und mit bewussten sowie unbewussten Anteilen der Persönlichkeit gearbeitet werden kann. Wie sieht ein Ressourcen- und ein Belastungs-Diagramm
aus? Und wie können alte und neue Ressourcen verankert werden? Erstellen eines imaginären „Ressourcen-Teams“; dazu Live-Demonstration und Kleingruppen.
Was ist ein „sicherer Ort“ – und was nicht? Von der äußeren zur inneren Sicherheit. Fallsupervision.
F3: Hypnotherapeutische Möglichkeiten und ressourcenorientierte Stabilisierung, 7. und 8. Dezember 2012, hier anmelden
F4: Hypnotherapeutische Möglichkeiten und Affektmodulation
Affektmodulation: Wie die heftigen Gefühle steuern und aus täterloyalen und täteridentifizierten Bereichen der Persönlichkeit möglichst
Mahner, Warner und/oder Wächter und Beschützer machen? Arbeit mit problematischen Bereichen aus der inneren Landkarte bzw. dem
Belastungs-Diagramm. Weitere Arbeit auf der inneren Bühne: Das „innere hilfreiche Team“. Es wird u.a ein Programm vorgestellt, das es der
KlientIn Schritt für Schritt ermöglicht, selbstverletzendes und anderes problematisches Verhalten zu steuern. Techniken wie Modalitätenwechsel,
Pegel- und andere Regler-Technik werden eben so vorgestellt wie Beispiele für die Screen-Methode. Videodemonstration. Fallsupervision.
F4: Hypnotherapeutische Möglichkeiten und Affektmodulation, Kursdatum folgt
F5: Traumabearbeitung in „bits and pieces“
Wann Trauma-Exposition – und wann nicht? Wieso bei hoch dissoziativen KlientInnen in vielen kleinen Schritten, und wie? Die TeilnehmerInnen
werden eingeladen, anhand einer eigenen Belastung (mini-t) ein „Mono-Trauma“ mit der Screen-Methode zu explorieren (Demonstration und Kleingruppen).
Spezielle Formen des Trauma-Prozessierens bei hoch dissoziativen KlientInnen. Wie unterscheidet sich eine Trauma-Synthese von einer Abreaktion?
BASK-Modell. Video-Beispiel einer DIS-Klientin. Fallsupervision.
F5: Traumabehandlung in „bits and pieces“, Kursdatum folgt
F6: Traumabearbeitung von Langzeittrauma
Was ist eine komplexe serielle Trauma-Synthese? Beispiel in Demonstration und Kleingruppen-Arbeit anhand eines „Lebens-Konflikts“ der
TeilnehmerInnen. Darf „es“ jetzt wirklich losgelassen werden und sich ändern? Bearbeitung der „hot spots“. Begleitung von Überblendungs-,
Integrations- und Fusions-Prozessen bei hoch dissoziativen KlientInnen; wann Screen, wann EMDR? Integrationsgewinne und –verluste; Trauerprozesse.
Womit muss man leben, was kann sich wirklich ändern? Abschiednehmen, auch in der Gruppe.
F6: Traumabehandlung von Langzeittrauma, Kursdatum folgt
Die Kursdaten F4, F5 und F6 der Fortbildungsreihe 2012/2013 werden in Kürze aufgeschaltet
Seminardauer Kurse F1 bis F6 der Fortbildungsreihe 2012/2013:
jeweils Freitag und Samstag 10 bis 17 Uhr.
Es sind nur kurze Pausen vorgesehen, in denen jeweils
ein kleiner Imbiss gereicht wird.
Seminarort:
Rössli Illnau
Kempttalstrasse 52
CH-8308 Illnau
info@roessli-illnau.ch / www.roessli-illnau.ch
Telefon: +41 52 235 26 62
Seminarkosten:
Fr. 450.00 je Seminar
Bitte beachten Sie die allgemeinen Geschäftsbedingungen